L I E B E / E I N E A R G U M E N T A T I V E Ü B U N G

Sivan Ben Yishai / aus dem Englischen von Maren Kames
Uraufführung Premiere: Do, 26. September 2019
Termine















Popeye liebt Spinat, Tätowierungen und Olivia Öl. Das neue Stück der diesjährigen Hausautorin Sivan Ben Yishai macht den Comic-Mythos zur Kulisse eines Beziehungsdramas – und die weibliche Nebenrolle zur Hauptfigur: Aus ihrer Perspektive erzählt sie die intime Geschichte eines Liebespaares, dessen feministisch aufgeklärtes Weltbild viele blinde Flecken hat. Auf virtuose und höchst komische Weise macht Sivan Ben Yishai das Private zum Politischen. Die beiden Comicfiguren werden zur Reflexionsfläche für Jedermann und Jedefrau.


Mit:  Tala Al-Deen, Rocco Brück, Almut Henkel, Ragna Pitoll, Sarah Zastrau
Regie & Bühne: Jakob Weiss, Kostüme: Elena Gaus, Licht: Björn Klaassen, Dramaturgie: Sascha Hargesheimer, Mitarbeit Dranaturgie:  Ouldooz  Pirniya, Regieassistenz: Jessica Weisskirchen, Ausstattungsassitenz: Sophie Lichtenberg, Soufflage: Anette Kaerner







Mark

I N D E R S C H W E B E

von Maya Arad Yasur

Deutsche Erstaufführung 19.10.2018 Deutsches Theater Göttingen
Termine











"Schleuning und Ahrendt spielen dieses Zwei-Personenstück mit großer Eindringlichkeit, überzeugend lassen sie ihre Figuren schwanken zwischen Wut, Unsicherheit, Verzweiflung, Trauer und einem Rest Hoffnung. Weiss Inszenierung ist dicht und präzise. 80 intensive Minuten, die den Theaterbesuch lohnen." Göttinger Tageblatt

Interview Kulturbüro Göttingen

“In der Schwebe ist ein durch viele hervorragende Elemente überladenes Stück mit einer durchaus cleveren Inszenierung” litlog



Zwei Männer hängen an der Glaswand eines Hochhauses in einer westlichen Stadt. Die zwei haben eine gemeinsame Vergangenheit, eine Geschichte, die sie einst vereint und dann auseinandergetrieben hat. Mit Blick auf die gut angezogenen Geschäftsleute auf der anderen Seite des Glases, einer Welt, die sie zwar sehen, der sie aber nicht angehören können, treffen sich die Flüchtlinge Isaac und Benjamin scheinbar zufällig in schwindelerregender Höhe, um Fenster zu putzen. Sie haben sich darauf geeinigt, nicht über die Geschehnisse in ihrer Heimat zu reden, die sie aufgrund des Krieges verlassen mussten. Doch das Gespräch entwickelt sich in eine Richtung, die schnell deutlich macht, dass dieses Treffen auf Höhe des 13. Stocks kein Zufall, sondern ein lang gehegter Plan sein muss. Und so müssen sich die Männer in dieser lebensbedrohlichen Situation mit den Dämonen des Krieges, den Verletzungen der Flucht und den Fragen nach Schuld auseinandersetzten. »In der Schwebe« ist ein politischer Thriller, der das Publikum mit vergangenen Traumata und unsicherer Zukunft konfrontiert. Das Stück spielt mit unserem Urteilsvermögen, macht unserer schwarz-weißen Gewissheit einen Strich durch die Rechnung und entblößt unerwartete Wendungen, die uns zwingen, unsere Auffassung von Gut und Böse zu revidieren.

mit: Marius Ahrendt und Gregor Schleuning, Regie + Bühne: Jakob Weiss, Kostüm: Elena Gaus, Dramaturgie: Verena von Waldow (C) Fotos: Isabel Winarsch




Mark
C Y R A N O 
nach Edmond Rostand
in einer Bearbeitung von Jo Roets und Greet Vissers
Premiere: 14.09.2018 Württembergische Landesbühne Esslingen
TERMINE











"Und obwohl man zunächst staunend vor dem schrillen Bühnentraum im Gold, Pink und Weiß steht, hatte Regisseur Jakob Weiss doch genau den richtigen Riecher mit seiner anfangs barock-exaltierten, dann immer stiller, immer echter werdenden Inszenierung."
Kritik Esslinger Zeitung




Kaum jemand kann die Liebe in schönere Worte fassen als Cyrano. Doch der junge Mann ist nicht nur ein feinfühliger Dichter, sondern auch ein äußerst begabter Fechtkünstler, der jedes Duell mit links gewinnt. Bloß einen Gegner kann er weder mit dem Degen noch mit seiner scharfen Zunge besiegen: seine eigene Nase. Riesengroß sitzt sie in seinem Gesicht und nimmt ihm jede Hoffnung auf das Liebesglück mit seiner angebeteten Roxane. Denn die hat nur Augen für Christian, der außergewöhnlich attraktiv, aber sprachlich unbeholfen und alles andere als geistreich ist. Um Roxane vor einer herben Enttäuschung zu bewahren, beschließt Cyrano Christian seine Worte zu leihen und ihm als „Ghostwriter“ unter die Arme zu greifen: Im Namen des schönen Kadetten verfasst er zarte Liebesgedichte. Und sein Plan zeigt Wirkung: Roxane verliert durch die schöne Poesie ihr Herz an Christian. So schreibt Cyrano verdeckt weiter, selbst als er mit Christian in den Krieg ziehen muss. Mit jedem Brief verliebt sich Roxane mehr. Als der Krieg vorbei ist und nur einer der beiden Männer zurückkehrt, werden die Karten neu gemischt. Ob die Wahrheit um den Verfasser der Briefe ans Licht kommen wird?
Was empfinden wir als "schön"? Worin verlieben wir uns? Und wie wandelbar ist unsere Vorstellung von Schönheit und Liebe letztlich? Mit seinem Versdrama "Cyrano de Bergerac" schuf Edmond Rostand eine zeitlose Geschichte über das Verliebtsein.

REGIE + BÜHNE: Jakob Weiss KOSTÜME: Elena Gaus DRAMATURGIE: Stephanie Serles
mit: Timo Beyerling, Alessandra Bosch, Daniel Großkämper




Mark
J U G E N D O H N E G O T T 
von Ödön von Horváth
in einer Bühnenfassung von Jakob Weiss
Premiere 27.04.2018 Staatstheater Karlsruhe
Eingeladen zum International Performing Arts Festival 2019 Karachi, Pakistan
Termine










"unbedingt sehenswert” Kritik Badische Neueste Nachrichten



Die Schüler sind bereits faschistisch gesinnt – da verleugnet auch ihr junger Lehrer seine humanistischen Ideale. Er wird erneut mit der unreflektierten Ideologie des diktatorischen Systems konfrontiert, als im Osterlager brodelnde Konflikte außer Kontrolle geraten und sogar ein Mord begangen wird. 1937 geschrieben und in einem holländischen Exil-Verlag erschienen, wurde Horváths Roman ein großer Erfolg und sehr schnell in viele Sprachen übersetzt. In Deutschland landete das Buch im Januar 1938 wegen „pazifistischer Tendenzen“ auf der „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“. Horváth entspinnt eine packende Kriminalgeschichte und zeichnet gleichzeitig ein starkes und erschütterndes Bild seiner Zeit. Er schildert die Kälte und Verlogenheit der faschistischen Gesellschaft, in der eine verlorene Jugend ohne Freiheit und ohne Ideale heranwächst. Die Fragen des Lehrers nach Verantwortung, Moral und der Notwendigkeit eigenen Handelns stellen sich heute wieder dringender.

REGIE & BÜHNE Jakob Weiss KOSTÜME Elena Gaus DRAMATURGIE  Otto A. Thoß
mit: Sascha Tuxhorn Swana Rode Dario Neumann  Constantin Petry
CHOR: Simon Klug, Johannes Köhler, Karly Kadyrov, Manuel Mutke, Elias Kettnaker, Phillip Endtricht, Björn Grimm, Maximilian Zschiesche, Drilon Azemi




I R R U N G E N , W I R R U N G E N
Nach Theodor Fontane

Premiere: 17.11.16 Deutsches Theater Göttingen
Karten












"Ein bemerkenswerter Kunstgriff von Regisseur Weiss."
Göttinger Tagblatt

"...ein klug choreografiertes Stellungsspiel."
Kulturbüro Göttingen

"...eine mitreißende Aufführung, an der einfach alles stimmte."
Charakter

“...ein in sich absolut stimmiges Gesamtkunstwerk. Der Regisseur und Bühnenbildner Jakob Weiss und das gesamte Ensemble haben großartige Arbeit geleistet!”  
Scharfer Blick






(c) Elena Gaus

Eine Liebesbeziehung zwischen einem Adligen und einer Bürgerlichen im ausgehenden 19. Jahrhundert ist Anlass für »Viel Freud, viel Leid. Irrungen, Wirrungen«, wie es der Baron Botho von Rienäcker im Rückblick auf einen kurzen Sommer der Liebe mit Lene, einer jungen Berliner Wäscherin, formuliert. Bei einer Ruderpartie rettet Botho Lenes Boot vor dem Kentern. Von da an verbringen beide ein paar unbeschwerte Sommermonate in Berlin. Doch Lene spürt, dass ihr Glück nicht von langer Dauer sein kann. Eine gemeinsame Landpartie zeigt schmerzlich, dass in den gesellschaftlichen Kreisen, in denen Botho verkehrt, eine ernsthafte Verbindung der beiden nie Akzeptanz finden würde. Damit ist das Ende der Liaison besiegelt. Botho heiratet seine wohlhabende Cousine Käthe und sichert dadurch die angeschlagenen Finanzen seiner Familie. Lene zieht in ein anderes Stadtviertel, um räumliche Distanz zu schaffen. Dort lernt sie den wesentlich älteren, bürgerlichen Gideon kennen und willigt – nachdem sie in Bezug auf ihre Vergangenheit reinen Tisch gemacht hat – ein, seine Frau zu werden. Das Leben verläuft für Botho und Lene von nun an in geordneten Bahnen. Doch die Erinnerung an den Sommer des gemeinsamen Glücks bleibt eine offene Wunde, die keiner der beiden neuen, standesgemäßen Partner zu schließen vermag.

Mit: Angelika Fornell, Felicitas Madl, Bardo Boehlefeld, Lutz Gebhardt
Regie+Bühne: Jakob Weiss, Kostüme: Elena Gaus, Dramaturgie: Sara Örtel